„Liebster Jesu, wir sind vier“
Tipps für Gottesdienste mit wenigen, auf der Basis eines Impulsreferats von Heinke Willms
Was tun bei unerwartet wenigen Besucher:innen?
Der Gottesdienst ist vorbereitet – und kurz vor Beginn zeigt sich: Nur sehr wenige sind da. Dann gilt es Ruhe zu bewahren und Verlässlichkeit zu zeigen. Hier einige Handlungstipps:
• die eigene innere Reaktion wahrnehmen, sich kurz sammeln im Gebet
• die Anwesenden wertschätzend begrüßen, die Gegenwart Gottes ins Zentrum stellen, im Sinne von: „Wir sind da. Gott ist da. Das genügt.“
• falls Personen weit auseinander sitzen ggf. dazu einladen näher zu kommen
• wenn möglich am angekündigten, vorbereiteten Gottesdienstablauf festhalten
• die sonst gesungene Liturgie bei Bedarf sprechen
• Liedgestaltung ggf. anpassen: Orgel spielt erst Melodie, Texte dann gemeinsam lesen
• Predigt in gleicher Qualität und Sorgfalt vortragen wie bei großer Gemeinde, evtl. dazu einladen, sich im Anschluss darüber auszutauschen
Tipps für Sonntage mit vermutlich wenigen im Gottesdienst
An bestimmten Sonntagen ist erfahrungsgemäß mit geringerer Beteiligung zu rechnen. Dann kann es sinnvoll sein, die Form vorab bewusst daran anzupassen:
• alternative und aktivere Formate nutzen, wie Bibelteilen oder Bibliolog
• gesprächsorientierte Zugänge zum Bibeltext statt klassischer Predigt
• meditative Gottesdienste mit Musik, Lesungen, Impulsen
• Taizé-inspirierte Elemente nutzen: Wiederholung, einfache Gesänge, ruhige Struktur
• Zeiten der Stille bewusst einbauen und dazu anleiten
• die andere Gottesdienstform klar ankündigen, damit Erwartungen stimmig sind
• Raumgestaltung an die kleinere Gruppe anpassen, z.B. Sitzkreis
Tipps für andere Gottesdienstformen generell
Gestaltungsspielraum kann man auch nutzen zum Ausprobieren, um neue Zeiten und Orte zu erschließen.
• Gottesdienstzeiten variieren: auch abends oder unter der Woche feiern
• andere Orte einbeziehen (Gemeinderäume, Kapellen, Orte in der Natur)
• Formate entwickeln, die zu besonderen Orten und Anlässen passen
• auf örtliche Interessen und Begabungen achten – daraus Formen wachsen lassen
• Neues im Kleinen erproben und weiterentwickeln, lokale Profile stärken
Zusammenfassung: Nicole Weisheit-Zenz